Ausgangslage
Zunehmende soziale Kälte
Der sozioökonomische Strukturwandel der 90er Jahre hat in einer ungeahnten Geschwindigkeit und Tiefe die Verhältnisse in der schweizerischen Arbeits- und Lebenswelt verändert. Immer mehr Menschen müssen das soziale Netz in Anspruch nehmen. Dieses ist bereits heute nur bedingt in der Lage, den Menschen bedürfnisgerecht zu helfen. Es fehlt an Finanzen und an bedürfnisspezifischen Leistungen.
Gleichzeitig nimmt das soziale Verantwortungsgefühl als Folge der Individualisierung und der Auflösung der Familien und anderer verbindlicher Beziehungen ab. Folgen sind höhere individuelle Unsicherheit, mehr gesellschaftliche Ungerechtigkeit, verschärfte Verteilungskämpfe und damit ein Rückgang des sozialen Friedens. Es wird kälter in der Schweiz.
Verkündigung und gelebte Nächstenliebe
Wir beobachten, dass die Verkündigung des Evangeliums und die tätige Nächstenliebe immer mehr getrennt worden sind. Diese Entwicklung hat aus unserer Sicht entscheidenden Einfluss auf die Glaubwürdigkeit der Kirchen.
In den etablierten Kirchen sind diakonische und soziale Einrichtungen entstanden, die mit hoher Professionalität Hilfe leisten, oft ohne direkten und sichtbaren Bezug zum Evangelium. Verkündigung der guten Nachricht wird nur am Rand gemacht.
In den Freikirchen wird das Evangelium verkündigt, oft aber sehr individualistisch und ohne dass die lebensverändernde Kraft des Evangeliums über das eigene Leben hinaus sichtbar wird und auch einen positiven Beitrag in der Gesellschaft leisten würde.
Im Leben von Jesus Christus wurde sichtbar, dass die Verkündigung des Evangeliums (Wort) und tätige Nächstenliebe (Tat) unauflöslich und unbedingt zusammen gehören. Jesus sandte seine Jünger aus zu predigen und zu heilen.
Unsere Vision
Wir sehen Männer und Frauen, welche der Not in unserer Gesellschaft aktiv begegnen. Als Sozialmanager sind sie Praktiker, Wegbereiter, Netzwerker und Pioniere der sozial-diakonischen Arbeit. Als engagierte Fachkräfte bauen sie Brücken zwischen Sozialem und Management, und sie verbinden die Verkündigung des Evangeliums mit tätiger Nächstenliebe.
Ganz im Sinne von Franz von Assisi:
Predige das Evangelium zu jeder Zeit. Wenn nötig, gebrauche Worte.